Kurz nach Ihrer Ausbildung erkrankten Sie an MS. Was ging damals in Ihnen vor?

Ich war völlig schockiert. Mein Onkel litt ebenfalls an MS, ich wusste also, was diese Diagnose zu bedeuten hatte. 

Was ist für Sie das Schlimmste an dieser Krankheit?

Dass ich keinen Sport mehr machen kann. Früher habe ich wie wild Unihockey gespielt. Doch bereits nach wenigen Jahren spürte ich, wie meine Kraft allmählich schwand. Seit neun Jahren bin ich nun schon auf den Rollstuhl angewiesen. Mittlerweile habe ich gelernt, damit umzugehen.

Sie haben Ihre Krankheit also akzeptiert?

Nein, akzeptieren kann ich meine Krankheit nie. Ich lebe mit MS und ich versuche das Beste daraus zu machen. Doch die Frage nach dem Warum bleibt.

Glauben Sie, dass die Medizin irgendwann ein Mittel gegen MS finden wird?

Ja, ich glaube fest an ein Wunder und hoffe, dass dieses geschieht, bevor ich alt bin.

Was schränkt Sie im Alltag am meisten ein?

Über diese dummen Trottoirränder ärgere ich mich jeden Tag. Ohne fremde Hilfe kann ich nicht einmal eine Strasse überqueren.

Und auch die Wohnungssuche war ein grosses Problem...

Das war es tatsächlich. Die Schwierigkeit lag darin, dass Wohnungen häufig als rollstuhlgängig ausgeschrieben werden, dann aber doch drei Stufen vor dem Hauseingang oder zu schmale Badezimmerzugänge haben. Es ist wirklich mühsam. 

Haben Sie unterdessen eine Wohnung gefunden?

Ja, glücklicherweise habe ich mittlerweile eine tolle Wohnung gefunden. Der Bauleiter hat sogar einige Wünsche von mir – etwa eine heruntergesetzte Küche oder eine bodenebene Dusche – umsetzen können.

Haben Sie neben der Heilung Ihrer Krankheit noch einen anderen grossen Wunsch?

Mein grösster Traum ist es, nach Amerika zu reisen. Dort soll alles rollstuhlgerecht eingerichtet sein. Das möchte ich unbedingt einmal erleben.

Ferienreisen sind für Sie generell aufwendig in der Organisation. Können Sie dennoch ab und an Ferien machen?

Ja, und zwar im Ferienlager für junge MS-Betroffene, das die Schweizerische Multiple-Sklerose- Gesellschaft jeweils organisiert. Jeden Sommer – auch diesen wieder – verbringe ich zwei Wochen im Hotel mit Halbpension und bin mit anderen jungen Menschen zusammen, die an dieser Krankheit leiden.