Eigentlich wollte die 18-jährige Tamara Gerber zusammen mit ihrer 12-köpfigen Gruppe in einem Freiwilligeneinsatz in Indien eine Schule für Gehörlose bauen. Doch weil diese auf dem Gelände eines ehemaligen Gartens entstehen sollte, hiess es für die Teilnehmer erst einmal, das Gelände zu räumen. Die junge Frau aus Zuzwil nahm es gelassen: «Die Realität zeigte, dass nicht immer alles nach Plan läuft.» Dafür konnte sie jede Menge Erfahrungen sammeln und – Eindrückliches erleben, beispielsweise bei ihrem Einsatz im Krankenhaus. «Wir waren beim Verbandswechsel von Leprakranken mit dabei. Anfangs war der Anblick nicht leicht zu ertragen, doch mit der Zeit ging es immer besser.» Mit den Einwohnern kamen die Schweizer allerdings selten direkt ins Gespräch, weil kaum jemand von ihnen Englisch spricht.

Eindrückliche Erlebnisse

Organisiert wurde der Einsatz der jungen Leute von Nouvelle Planète. Die NGO unterstützt Entwicklungsprojekte, deren Ziel es ist, die Situation der benachteiligten Bevölkerung zu verbessern und dabei der umliegenden Natur Sorge zu tragen. Tamara Gerber hat der Sozialeinsatz in Indien viel gebracht. «Als Gruppenleiterin habe ich gelernt, Leute zu motivieren und Verantwortung zu übernehmen.» Auch begann sie, kritischer zu denken und das Vorhandene vermehrt zu schätzen. «Mich hat beeindruckt, dass alle Dorfbewohner gearbeitet und nie den Mut verloren haben. Jeder steuert bei, was er kann.» Sie wird sicher wieder einmal an einem Sozialeinsatz teilnehmen. Doch sie ist auch froh, wieder in der Schweiz zu sein. «Nach solchen Erlebnissen fragt man sich schon, wofür wir all den Luxus brauchen.»