Gregory Knie, Sie sind in einer bekannten Circus-Familie geboren und aufgewachsen. Wie gehen Sie damit um, meist in der Öffentlichkeit zu leben?

Ja, das stimmt, ich bin ziemlich privilegiert aufgewachsen. Ich lebte in Spanien, Costa Rica und den USA, machte da meine Ausbildung. Ich habe in dieser Zeit viel gelernt und konnte von der Mehrsprachigkeit profitieren. Da ich nichts anderes kannte, war das für mich aber gar nicht so aussergewöhnlich.

Heute sind Sie ein erfolgreicher Unternehmer, veranstalten mit Ihrem Vater Rolf Knie den Circus Salto Natale. Wie kam es dazu?

2002 kehrte ich in die Schweiz zurück. Mein Vater fragte mich, ob wir nicht gemeinsam ein neues Circus-Projekt entwickeln wollen. So entstand die Idee von Salto Natale. Als Wintercircus feierten wir im gleichen Jahr in Zürich Premiere. Damit wollten wir uns von anderen Unterhaltungsangeboten, auch aus unserer Familie, deutlich abheben. Den «Circus der anderen Art» gibt es nun seit 13 Jahren.

Haben Sie weitere Projekte?

Jedes neue Programm ist eine Herausforderung. Wir realisieren eine Traumwelt mit einer festen Infrastruktur. Das Erlebnis, die Unterhaltung, die Ideen und die Artisten sind immer wieder neu. Das ist jedes Mal ein riesiger Kraftakt. Seit vier Jahren machen wir als weiteres Projekt die Show «Ohlala – sexy, crazy, artistic», Show-Unterhaltung für Erwachsene.

Wie ist es für Sie, mit dem eigenen Vater in der gemeinsamen Firma zu arbeiten?

ch habe extrem viel von ihm gelernt und von seinem Wissen profitiert. Er hat mir gezeigt, wie ein Circus funktioniert. Dieses Know-how kann ich heute selber anwenden und habe in der Zwischenzeit auch eigene Shows und Tourneen durch Europa produziert. Heute ist er für mich so etwas wie das Fangnetz für einen Artisten.

Wer entscheidet, wenn Sie nicht gleicher Meinung sind?

Grundsätzlich suchen wir die Lösung in der Diskussion. Wir sind beide zu Kompromissen fähig und suchen die richtige Balance zwischen uns. Im Zweifelsfall lassen wir das Publikum entscheiden, ob eine Idee gut ist.

Wie kommen Sie zur Ruhe, wo tanken Sie Energie?

An besten entspanne ich in der Natur, beim Joggen oder auf dem Vita-Parcours. Ich meide nach Möglichkeit Promi-Anlässe und lebe privat gerne zurückgezogen.

Sie engagieren sich auch als Botschafter für die Stiftung «One Drop». Wie kam es dazu?

Die Stiftung wurde 2007 von Guy Laliberté, dem Gründer des Cirque du Soleil, ins Leben gerufen. Bei einem Nachtessen in Zürich hat er mich angefragt. Und ich habe ihm spontan und ohne zu zögern zugesagt.

Was für Ziele verbinden Sie damit?

Ich bin erst am Anfang meines Engagements als Botschafter. Zurzeit befinden wir uns in der Brainstorming- und Planungsphase. Ziel sollte es sein, dass von jeder Online-Buchung zu unseren Veranstaltungen ein Franken an die Stiftung geht. Ticket-Käufer sollen sich mit Spenden beteiligen können. Zudem ist ein spezieller Event angedacht. Es geht darum, auf das Thema «Sorgsamer Umgang mit Wasser» aufmerksam zu machen und neben Geld auch Zeit und Verständnis zu spenden.

Was bringt Ihnen Ihr soziales Engagement ganz persönlich?

Wir können es uns leisten, grosszügig zu sein und auch an jene zu denken, die für einen Krug voll Wasser zwei Stunden Fussmarsch in Kauf nehmen. Ich bin überzeugt, wenn man Gutes tut, reflektiert sich das in irgendeiner Art und Weise zurück. Dafür bin ich gerne und aus Überzeugung Botschafter für «One Drop».