Die Hälfte der Landesbevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Gerade für Jugendliche zwischen 0 und 14 Jahren, die rund ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, eine extrem schwierige Situation. In den schnell entstandenen, zum Teil inoffiziellen Siedlungen am Stadtrand gibt es kaum öffentliche Schulen und nur wenig zugängliche Gesundheitszentren. Die Wasserversorgung ist prekär. In einer solchen Siedlung treffen wir den 13-jährigen Anel. Anel ist Teil des Patenschaftsprojekts Canaan von World Vision und hat einen Paten in der Schweiz. Wir wollten von ihm wissen, wie sich sein Leben in den letzten Jahren verändert hat.

Anel, wie hilft eine Patenschaft deinem Dorf?
Eine Patenschaft hilft den schwachen Familien, ihre Lebensqualität zu verbessern. Wir wissen dank der Hilfsorganisation, wie wir uns gesund ernähren können, damit wir nicht krank werden. Wir können nun ein Ausbildungszentrum im Dorf besuchen und erhalten eine bessere Betreuung von Ärzten. Meinem Paten in der Schweiz bin deshalb sehr dankbar, denn er hilft unserem Dorf, sich zu entwickeln.

Hat sich auch in deiner Familie etwas verändert?
Ja! Die Hilfsorganisation unterstützt meine Mutter dabei, ihr Studium an der Universität fortzuführen. So kann sie eine bessere Stelle finden und die Familie unterstützen. Meine Geschwister können im Ausbildungszentrum der Hilfsorganisation Kurse absolvieren, zum Beispiel im Bereich Informatik, Schneiderei oder Wirtschaft. Das konnten sie früher nicht. Der Job meiner Mutter, besseres Essen und bessere Kleidung – das alles hilft uns, unser Leben in Ordnung zu bringen.

Und du selbst?
Ich bin jetzt motiviert, weiter in die Schule zu gehen. Denn ich weiss, dass ich später etwas erreichen kann, wenn ich mich anstrenge.

Besucht dich World Vision auch persönlich?
Ja, die Mitarbeitenden und Volontäre führen verschiedene, regelmässige Besuche durch. Sie stellen mir Fragen zu meinem Leben und zu meiner Gesundheit. Wenn wir etwas brauchen, helfen sie uns auch mit Medikamenten. Sie sind sehr freundlich und aufmerksam.

Was wünscht du dir für die Zukunft, Anel?
Ich träume davon, eines Tages Geschäftsmann zu werden, damit meine Familie und vor allem meine Mutter ein besseres Leben haben kann. Ich hoffe auch, dass noch mehr Familien in der Umgebung ein besseres Leben haben können so wie wir – heute.

Und wie könnte es den ­Leuten in deinem Dorf noch besser gehen?
Ich wünsche mir, dass es in meinem Dorf bald noch mehr asphaltierte Stras­sen hat. Eine Mittelschule wäre auch toll, dann müssten einige Kinder keinen weiten Schulweg absolvieren, wenn sie lernen wollen. Die langen Schulwege sind wegen des Verkehrs auf den Strassen manchmal sehr gefährlich.