Das Baby schläft keine Nacht durch, das Schulkind weigert sich zur Schule zu gehen oder der Teenager bekommt regelmässig Zornesanfälle.  Wie weiter? Hier kann der Elternnotruf helfen. «Wir stehen Eltern oder Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen beratend zur Seite», sagt Peter Sumpf, Geschäftsleiter des Elternnotrufs. Den Elternnotruf kann man telefonisch an 365 Tagen während 24 Stunden erreichen oder ein E-Mail schreiben. «Auf Wunsch kann auch ein persönlicher Beratungstermin bei uns abgemacht werden», so Sumpf. Das Beratungsspektrum des Elternnotrufs ist breit. Viele Fragen würden jedoch Babys und Kleinkinder betreffen. «Oftmals sind Eltern unsicher, ob sie bei ihrem Baby alles richtig machen. Manchmal kommt auch Überforderung hinzu, etwa dann, wenn das Baby nächtelang durchschreit. Für Eltern von Kleinkindern hingegen ist die Trotzphase immer wieder ein grosses Thema», weiss Peter Sumpf. Die Beratung fällt denn immer sehr individuell aus. «Ein Patentrezept gibt es natürlich nie, aber wir schauen mit den Eltern zusammen, was es in ihrer persönlichen Situation braucht. Oftmals ist es für die Eltern auch hilfreich zu erkennen, was gut läuft – das geht in schwierigen Zeiten oftmals vergessen.» In den meisten Fällen würde es bei einer einzigen Beratung bleiben, manchmal vereinbart man aber auch weitere Termine. «Wenn gewünscht oder sinnvoll, geben wir auch Adressen  weiterer Fachstellen oder privater Therapeutinnen und Therapeuten weiter, wobei die Verantwortung zum Kontakt mit Dritten immer bei den Anrufenden bleibt», betont Peter Sumpf.

Gewalt gegenüber Eltern

Weitere Hilfe brauchen manchmal Eltern, die sich mit gewalttätigen Kindern konfrontiert sehen. Denn beim Elternnotruf melden sich fast täglich Eltern, die von ihrem Nachwuchs bedroht werden. Meist handelt es sich dabei um Teenager und junge Erwachsene. «Für die betroffenen Eltern ist es häufig ein erster grosser Schritt, wenn sie bei uns anrufen. Denn meist schämen sie sich für ihre Situation.» Neben Beschimpfungen und Tyrannisierungen kommt es in schweren Fällen zu körperlicher Gewalt gegen die Eltern. «Natürlich ist es in so einer verzwickten Lage für die Eltern schwierig, die Autorität zurückzuerlangen. Aber die Situation ist nicht ausweglos. Es braucht einfach viel Kraft und Ausdauer», so Sumpf. Zudem sei schon ein wichtiger Schritt gemacht, wenn man offen mit dem Thema umgeht und Hilfe von Freunden, Verwandten oder Nachbarn in Anspruch nimmt.