Aufgepasst

  • Passwörter klug wählen (nicht 111 oder Geburtstag, Name, Vorname)! Am besten eine Kombination zwischen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Um es sich besser merken zu können, kann man ein Datum wählen, das einem etwas bedeutet und es mit einem Name verknüpfen. (Etwa 24.12.14 und Melanie = Me24la12nie14?&)
  • Privatsphäreeinstellung bei sozialen Netzwerken: Nicht jeder sollte die Adresse und Photos sehen sollen. Kennst du die Personen, mit denen du auf Facebook befreundet bist auch im richtigen Leben?
  • Fotos: Stell dir immer vor, dass diese Fotos durch einen dummen Zufall oder durch Teilen, Kopieren in die falschen Hände kommen könnte. (Zukünftiger Arbeitgeber sieht Partyfotos)

Gerade für Jugendliche haben soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube, Twitter oder auch Google einen hohen Stellenwert. «Junge Menschen kommunizieren untereinander gerne und viel», sagt Daniela Melone, Leiterin Beratung des Eltern Clubs Schweiz von Pro Juventute. Mit der Verbreitung verschiedener Formen der Kommunikation via E-Mail, Smartphone oder in Chatrooms und Foren habe die Zeit, die Jugendliche online verbringen, deutlich zugenommen. «Die vielfältigen Angebote lassen sich zweifelsohne positiv nutzen. Sie können aber auch, zum Beispiel durch Cybermobbing, missbraucht werden», warnt Melone. Mit gutem Grund: Wer sich in den gängigen sozialen Netzwerken auskennt, weiss, dass Cybermobbing so gut wie keine Grenzen kennt. Das Fotografieren und Veröffentlichen peinlicher Situationen, die Verbreitung von Gerüchten oder wüste Beleidigungen können die Opfer solcher Attacken im schlimmsten Fall traumatisieren.

Isolierte Jugendliche

Als unmittelbare Folge von Cybermobbing leiden Jugendliche oft unter einem verminderten Selbstwertgefühl oder Depressionen. Sie fühlen sich traurig und ängstlich und ziehen sich vielfach zurück. Aus der Forschung weiss man zudem, dass Kinder und Jugendliche, die Cybermobbing erlebt haben, ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken aufweisen. «Cybermobbing kann neben verschiedenen psychischen Belastungen auch dazu führen, dass Jugendliche das Internet zunehmend meiden», weiss Daniela Melone. Eine solche Entwicklung sei indes nicht wünschenswert, weil das eigentliche Problem damit nicht gelöst sei. «Statt die vielfältigen positiven und auch anregenden Möglichkeiten des Internets sinnvoll zu nutzen, isolieren sich betroffene Kinder und Jugendliche immer mehr.» Ihnen müsse daher adäquat und nachhaltig geholfen werden.

Anonym und vertrauensvoll

Die Erfahrung zeigt, dass fast drei Viertel der Jugendlichen, die von Cybermobbing betroffen sind, von Kollegen aus ihrem näheren Umfeld belästigt werden. Nur die wenigsten Opfer vertrauen sich einer erwachsenen Person an. Diese Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass Kinder und Jugendliche darüber informiert sind, dass es Anlaufstellen gibt, an die sie sich anonym und vertrauensvoll wenden können. Auch die Eltern betroffener Kinder spielen eine wichtige Rolle. Sie sollten ihren Kindern raten, auf keinen Fall auf Cyber-Attacken zu reagieren. «Die sonst schon emotional aufgeladene Situation kann dadurch weiter eskalieren», betont Melone. Diesen Rat erhalten Eltern auch in den Kursen «Medienprofis». Sinnvoll sei, die für Attacken genutzten Profile beim Betreiber der Angebote zu melden oder sperren zu lassen. Nützen technische Massnahmen nichts, können rechtliche Schritte in Erwägung gezogen werden. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass Cybermobbing an sich keine Straftat gemäss geltendem Gesetz darstellt. Verschiedene Handlungen, die dabei vorgenommen werden, sind jedoch unzulässig.