107 000 Menschen leben in der Schweiz mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Schon in 20 Jahren werden es gemäss Schätzungen der Alzheimervereinigung Schweiz doppelt so viele sein. Deshalb appellierte die Organisation an die Politik, sich dem Thema zu stellen. Nun wurden ihre Wünsche erhört. Der Nationalrat hat kürzlich zwei Motionen zur Steuerbarkeit der Demenzpolitik einstimmig unterstützt. «Damit wurde ein wichtiger Schritt hin zur Erarbeitung einer nationalen Demenzstrategie gemacht.», erklärt die Vereinigung.

Strategie gegen Volkskrankheiten

Es fehlen gesamtschweizerische Gesundheitsziele sowie eine Strategie gegen die zunehmenden Volkskrankheiten wie Demenz, Diabetes, Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. «Diese Entwicklung hat politisch noch nicht den gebührenden Stellenwert. Der Bund muss im Gesundheitswesen und in der Gesundheitsversorgung mehr Kompetenzen erhalten», erklärt CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Zusammen mit den Kantonen und den betroffenen Organisationen müsse der Bund für den Demenzbereich eine Strategie entwickeln, welche Prävention, Früherkennung, Entwicklung von Behandlungsmethoden, Unterstützung von pflegenden Angehörigen und Bereitstellung der notwendigen Infrastrukturen umfasst, aber auch die Ursachenforschung fördert. «Ziel ist es, allen Menschen mit Demenz den Zugang zu einer demenzgerechten, bezahlbaren Pflege und Betreuung zu ermöglichen und pflegende Angehörige zu entlasten», so Humbel weiter.