Während der junge, schwach entwickelte Südsudan zunehmend in einer Gewaltspirale von bewaffneten Konflikten versinkt, reisst der Flüchtlingsstrom in die Nachbarländer nicht ab.

Viele Flüchtlinge, vor allem Kinder, sterben an Hunger und Krankheiten. Im (Nord-)Sudan, der ein wichtiges Transitland für die Migration nach Europa ist, halten sich aktuell viele Hunderttausende von Flüchtlingen auf. Diese stammen nicht nur aus dem instabilen Südsudan, sondern auch aus Eritrea und anderen ostafrikanischen Ländern.

Die vielen Flüchtlinge, die ausnahmslos in Lagern untergebracht werden, weil es das sudanesische Gesetz so vorsieht, stellen eine grosse Herausforderung für den Sudan dar.

Das durch Wirtschaftssanktionen geknebelte Land sieht sich selbst zunehmend mit Armut konfrontiert und braucht dringend nachhaltige internationale Unterstützung bei der Flüchtlingsversorgung. Die finanziellen Ressourcen sind knapp, die Verzweiflung in den Flüchtlingscamps wächst zunehmend.

Die Fakten zur Bevölkerung des Landes, das laut den Vereinten Nationen in der Klassierung der entwickelten Länder den Platz 154 von 169 Ländern einnimmt, sind ernüchternd: Die Lebenserwartung liegt im Sudan bei 55 Jahren.

Die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren liegt bei 107 von Tausend. 50 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, wobei diese vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch ist. Pro 100000 Bewohner stehen lediglich 16 Ärzte zur Verfügung.

 

Kinder als grösste Leidtragende

Die internationalen Hilfsorganisationen, die vor Ort sind, leisten grosse Arbeit und stehen den neu über die Grenzen kommenden Flüchtlingen bei. Doch die lebensrettende Unterstützung ist in Gefahr, da erst ein kleiner Anteil der benötigten Gelder für 2017 finanziert ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass Hilfsprojekte im international isolierten Sudan nicht auf staatlicher Ebene, sondern lediglich über internationale Hilfsorganisationen und Implementierungspartner durchführbar sind.

Bedenkt man, dass mehr als die Hälfte aller südsudanesischen Flüchtlinge Kinder sind, die schreckliche Gewalt erfahren haben, wird einem die prekäre Situation noch bewusster. Denn die Zukunft einer ganzen Generation ist in Gefahr. Die humanitären Organisationen im Sudan brauchen dringend engagierte und nachhaltige Hilfe – allen voran im medizinischen Bereich –, um die Leben dieser Kinder und ihrer Familien zu retten.

Es ist aber nicht nur ein Transitland für Flüchtlinge. In den Lagern leben auch Sudanesen aus über 20 Stämmen, die aufgrund der Teilung Sudans nicht mehr zurück können.