Die 10-jährige Sara ist viel allein. Ihre Eltern arbeiten und haben wenig Zeit. Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Während ihre Klassenkameraden ein Instrument lernen oder Sport treiben, sitzt sie zuhause und hängt vor dem Computer oder Fernseher herum. Dadurch entfernt sich Sara immer mehr von ihren Gspänli. Sie gehört einfach nicht dazu und der Grund dafür ist die unverschuldete Armut ihrer Familie. Saras Fall ist fiktiv, doch in der Schweiz gibt es 260 000 von Armut betroffene Kinder, die so oder ähnlich leben.

Ferien für alle

Das Schweizer Hilfswerk sorgt dafür, dass diese Kinder und Jugendlichen ihr Recht auf Erholung, Freizeit und Spiel (Artikel 31 der – Kinderrechtskonvention gemäss UNO) einlösen können. «So sind sie Teil unserer Gesellschaft, lernen über die Freizeitbeschäftigungen ihre Grenzen kennen, üben sich in Konfliktbewältigung und stärken ihr Selbstvertrauen», erklärt Rita Borer. Kovive setzt bei der Hilfe auf drei Angebote. Ein wichtiges Projekt ist Ferien für Kinder bei einer Gastfamilie. 1000 Schweizer Gastfamilien nehmen in den Schulferien oder übers Wochenende Kinder bei sich auf. Die Kinder können so Freizeit in einer neuen Umgebung erleben und die Herkunftsfamilie ist vorübergehend entlastet. Dieses Angebot ist in der Schweiz besonders für Alleinerziehende sehr wichtig. Das zweite Standbein sind Kinder- und Jugendlager.  Die Organisation bietet viele spannende Themenwochen für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung an – zum Beispiel auf einem Schiff, in einem Zirkuslager, beim Malen oder Theaterspielen.
Wichtig sind auch die Ferienangebote für die ganze Familie, weil im Alltag wenig Raum für gemeinsame Familienzeit bleibt. Es gibt individuelle und begleitete Angebote.

Kompetenzzentrum für Betreuung und Erholung

Allen drei Projektarten gemeinsam ist, dass die Preise dank Spendengeldern stark reduziert sind. Die finanziellen Verhältnisse der Familien werden vorab geprüft, damit die Teilnahmekriterien, die sich aus den Empfehlungen der Schweizerischen Sozialhilfekonferenz ableiten, erfüllt sind. Wer sich engagieren möchte, kann dies als Gastfamilie, als Lagerleiterin oder als Begleitperson in Familienferien tun. Kovive wählt die Freiwilligen sorgfältig aus und bereitet sie gut auf ihre Aufgabe vor. Regelmässige Weiterbildungsveranstaltungen sind Bestandteil der Zusammenarbeit. Die Hilfsorganisation möchte seine Projekte in den nächsten Jahren weiter ausbauen. «Wir möchten unsere Position als Kompetenzzentrum für Betreuung und Erholung bei den sozialen Beratungsstellen weiterentwickeln», sagt Rita Borer. «Denn es gibt für armutsbetroffene Kinder immer noch viel Handlungsbedarf.»