Auf 3200 bis 4200 Metern über Meer liegt das Cunas-Tal in den Zentralanden. Das Leben der einheimischen Bevölkerung ist hart und karg, die Hälfte der Kinder leidet an Mangelernährung. Das soll sich ändern. CEDEPAS, Partnerorganisation von mission 21, unterstützt die Kleinbauernfamilien, indem sie ihnen zeigt, wie man effizienter anbauen kann, beispielsweise dank Gewächshäusern. Die Bäuerin Natalia Cerrón Orihuela ist begeistert: «Als ich gesehen habe, was darin alles gedeiht, zum Beispiel Tomaten, Paprika, Salat oder Trauben, habe ich gedacht: So ein Gewächshaus möchte ich auch haben!» Bald schon kam ihr selbst angebautes Gemüse auf den Teller, und seither sich ihre chronische Magenschleimhautentzündung verbessert.

Verzicht auf die Chemiekeule

Bis vor kurzem wurde viel Chemie verwendet, um möglichst grosses und makellos aussehendes Gemüse ernten zu können. Dabei wissen viele Bauern gar nicht, wie giftig die konventionellen Düngemittel sind und wie sie sie dosieren müssen. Sie schütten sie einfach auf die Anbauflächen und werfen dann die Plastikkanister in den Fluss oder auf die Felder. «Das muss endlich aufhören!», findet Natalia. In den Kursen von Cedepas lernt sie deshalb, wie sie selbst Biodünger herstellen und verwenden kann. Und auf dem Biomarkt «Pachamama» in Chupaca versucht sie ihre Kunden zu sensibilisieren, denn sie ist überzeugt: «Wenn die Menschen biologische Lebensmittel kaufen, pflegen sie ihre Gesundheit.»

Gemeinsam stark

Damit sich die Lebensqualität insgesamt verbessert, sind auch funktionierende Küchen und Toiletten notwendig. Die Fachleute errichten in den Gemeinden Prototypen, welche die Dorfbewohner ohne grossen Aufwand nachbauen können. Und weil man gemeinsam grössere Chancen hat, die Anliegen bei den politischen Gemeinden einzufordern, haben sich die Kleinbauern zusammengeschlossen – auch damit die Jugendlichen dereinst nicht in die Städte abwandern.