Obschon ein Abkommen, das den Friedensprozess zwischen Regierung und Rebellen umreisst, unterzeichnet wurde, ist das Land noch immer von immensen Unsicherheiten geprägt. «Es zeichnen sich politisch noch keine Lösungen ab, da beide Parteien nicht gewillt sind, Konzessionen zu machen. Der Konflikt ist zwar nicht mehr geprägt von massiver Gewalt, dennoch bleibt die Situation sehr angespannt», sagt Ulrich Bachmann, Bereichsleiter Internationale Programme TearFund Schweiz. Die Leidtragende ist einmal mehr die Bevölkerung. Rund zwei Millionen Menschen sind geflüchtet – 500 000 von ihnen sind in die umliegenden Nachbarländer geflohen und 1,5 Millionen sind sogenannte Binnenflüchtlinge. Viele der Vertriebenen leben in Flüchtlingcamps, manche haben sich in Städten und grösseren Ortschaften vorübergehend niedergelassen. «Menschen auf der Flucht werden besonders häufig mit Gewalt und Missbrauch konfrontiert. Zudem sind diese Menschen stark von Lebensmittelknappheit betroffen», so Bachmann. Ein Grossteil der Menschen ist mangelernährt. Insbesondere für Kleinkinder sowie schwangere und stillende Mütter bedeutet das eine grosse Gefahr.

Rückkehrer unterstützen

In einigen Regionen Südsudans kehren die Flüchtlinge langsam in ihre Dörfer zurück. Doch sie stehen vor dem Nichts. Ihre Häuser sind meist nicht mehr bewohnbar, die Lebensmittel knapp und teurer, an Schulbildung ist nicht zu denken. «Die Menschen sind auf unsere Hilfe angewiesen. Wir unterstützen sie dabei, damit sie sich wieder eine Existenz aufbauen können, damit Kinder zur Schule gehen können», erzählt Ulrich Bachmann. Dabei sieht die Hilfe ganz Praktisches wie das Verteilen von Haushaltsgütern, Saatgut, Moskitonetzen oder Werkzeug vor. Weiter wird auch der Aufbau von Selbsthilfegruppen gefördert. Denn diese verbessern einerseits die wirtschaftliche Situation und andererseits den Zusammenhalt. «Eines unserer Ziele ist es, dass Schulen schnellstmöglich wieder öffnen.»