Das Hochwasser auf dem Balkan kostete mehr als 60 Menschen das Leben gekostet. Zehntausende mussten evakuiert werden und verloren ihr gesamtes
Hab und Gut. Die unmittelbaren Schäden sind unvorstellbar, und die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Flut auf die ohnehin wirtschaftlich gebeutelten Länder lassen sich derzeit nicht abschätzen.

Viele Menschen sitzen noch immer in Notunterkünften fest

Die Pegel der meisten Flüsse in Bosnien und Serbien sinken. Zehntausende Menschen sitzen aber noch immer in Notunterkünften fest. Denn wegen der Überschwemmungen mussten in Bosnien, Serbien und Kroatien zwischenzeitlich fast 150 000 Menschen ihre Häuser verlassen. Viele Häuser, Strassen und Brücken wurden durch die Flut zerstört, die Infrastrukturen und vielerorts auch das Stromnetz sind zusammengebrochen. Und noch immer ist die Gefahr von Erdrutschen gross. So gab es bereits Hunderte von Erdrutschen, die Häuser und ganze Siedlungen gefährden. Und das Risiko, besonders auch für Rückkehrende, bleibt weiterhin hoch.

Agrarflächen zerstört

Schon vor diesen Überschwemmungen sind die Menschen auf dem Balkan durch schwere Zeiten gegangen. Nun wird die Situation für viele nochmals schwieriger – etwa für jene, welchen die Katastrophe die unmittelbaren Lebensgrundlagen vernichtet hat. So wirkt sich die Flut dramatisch auf die Agrarwirtschaft aus: Ganze Ernten und damit auch Lebensgrundlagen wurden zerstört. Daneben wurde ein grosser Teil des Viehbestandes vernichtet.

Angst vor Seuchen und Landminen

Zudem fehlt es noch immer an Trinkwasser und Lebensmitteln. Vielerorts sind die Läden leer. Die Menschen haben Angst vor Epidemien, weil unzählige tote Tiere im Wasser treiben. Daneben lauern aber noch ganz andere Gefahren. So haben die bosnischen Behörden vor hochgespülten Kriegsminen gewarnt. Das Minenaktionszentrum (MAC) in Sarajevo warnte, die Minen könnten von Wasser und Schlamm hochgespült und fortgetragen worden sein. Eine Mine sei auch nach Jahren noch eine tödliche Gefahr, selbst wenn der Zündmechanismus feucht geworden sei. Das Hochwasser hat auch Schilder zerstört, die vor den Sprengkörpern warnen. Allein in Bosnien-Herzegowina liegen laut MAC noch etwa 120 000 Landminen aus dem Krieg zwischen Serben, Kroaten und Muslimen. In Kroatien wird die Zahl der Sprengkörper auf 13 000 geschätzt.
Hilfe aus der Schweiz

Laut Eidgenössischem Departement für auswärtige Angelegenheiten hat die Schweiz eine erste Hilfslieferung mit Instrumenten zur Trinkwasseraufbereitung und –verteilung ins Gebiet gesandt. Mit einem Wasserverteilungsmodul kann Trinkwasser für mindestens 10 000 Personen aufbereitet werden. Die Brunnenreinigungssets werden eingesetzt, um verunreinigte Wasserquellen zu desinfizieren. Zudem hat die Humanitäre Hilfe des Bundes weitere Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) in die Katastrophenregionen gesandt. Als Unterstützung bei der Bewältigung der verheerenden Überschwemmungen ist in der betroffenen Region zudem ein Transporthelikopter der Schweizer Armee im Einsatz.