Knapp 2 000 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten, starben in dem Krieg, der am 8. Juli begann und in dem jetzt seit Ende August die Waffen ruhen. Die Bilanz des Konflikts ist verheerend: Die meisten Toten sind Zivilisten, darunter 493 Kinder und 253 Frauen. 110 000 Menschen mussten ihr Zuhause verlassen und suchten unter anderem in UN-Flüchtlingslagern Zuflucht. Nun, nach dem Ende der Gefechte, sind viele obdachlos und stehen vor den Trümmern ihrer Existenz, da sie ihre Lebensgrundlage verloren haben. 2 695 Unternehmen mussten ihren Betrieb einstellen und 30 000 Menschen verloren ihre Arbeit. So wie Mohammed, einst erfolgreicher Blumenhändler. „Mein Laden wurde zerstört, mein Haus liegt in Trümmern und ich weiss nicht, was für eine Zukunft auf mich wartet. Ich bin hoffnungslos, dass es eine gute Zukunft sein wird.“ Eine Hoffnungslosigkeit, welche die derzeitige Stimmung in Gaza spiegelt.

Traumatisierte Kinder
Besonders dramatisch ist die Situation für die Kinder. "Es ist davon auszugehen, dass jedes Kind im Gaza-Streifen von der Krise betroffen ist und psychologische Unterstützung braucht", schreibt die Uno in einem Bericht. Denn jedes Kind hat in diesem Krieg kaum Vorstellbares hinter sich: Es musste erfahren, dass niemand es beschützen kann, es wurde mit Gewalt und Tod konfrontiert. Mehr als  370 000 Kinder erlebten den Tod eines nahen Familienmitglieds oder eines Freundes, erlitten Verletzungen oder den Verlust ihres Zuhauses. Der 11-jährige Amir umarmt seine vier Monate alte Schwester und sagt voll Überzeugung: "Sie wird mich Papa und Mama nennen."  Wie hunderte Kinder im Gazastreifen sind Amir und seine vier Brüder und Schwestern  zu Waisen geworden. "Ich wäre lieber tot als allein geblieben ohne meine Mutter und meinen Vater", fährt der Junge fort.

Weltkarte Syrien

Seuchengefahr und verborgene Sprengkörper
Neben unzähligen Einzelschicksalen leiden die Bewohner von Gaza noch unter anderen Problemen. So führte der Zusammenbruch der Wasser- und Sanitärinfrastruktur in Gaza dazu, dass die Zivilbevölkerung derzeit unter Wasser- und Elektrizitätsknappheit leidet: Stromausfälle von bis zu 22 Stunden pro Tag sind keine Seltenheit. Das Risiko eines Seuchenausbruchs in den überfüllten Flüchtlingscamps steigt, da die Kühlung verderblicher Lebensmittel ebenso unmöglich ist, wie der Zugang zu Ackerland und Fischereigewässern. In den Wohngebieten liegen ausserdem noch tausende Sprengkörper verborgen und stellen lebensgefährliche Fallen für die Menschen dar, die in ihr Zuhause zurückkehren.