Annelis Walter* war ein Leben lang eine grosse Tierfreundin...

...und engagierte sich bei einer Tierschutzorganisation. Sie hielt deshalb schriftlich in ihrem Testament fest, dass nach ihrem Tod eine bestimmte Summe ihres Nachlasses an diese Tierschutzorganisation gespendet werden soll. Vielen Menschen geht es wie Annelies Walter und sie möchten über ihr Leben hinaus etwas Gutes bewirken.


Schätzungen zufolge begünstigt etwa jeder Sechste im Testament eine gemeinnützige Organisation mit einem bestimmten Betrag.
 

Solche Zuwendungen aus einer Erbschaft nennt man Legate. Ein Legat muss immer in einem rechtsgültigen Testament vermerkt sein.

Dabei ist wichtig, dass man darauf achtet, dass die Pflichtteile von gesetzlichen Erben nicht verletzt werden. Frau Walter hat zwei Töchter, die also selbstverständlich ihren Teil erben und nicht leer ausgehen.

Erbrecht schweizweit geregelt

Im Schweizerischen Zivilgesetzbuch ist geregelt, wer die gesetzlichen Erben sind und welche Anteile diese vom Nachlass erhalten. Es findet sich auch eine Regelung darüber, wie gross die Anteile sind, über die man als Erblasser frei verfügen kann. Mit dieser sogenannten frei verfügbaren Quote hat man die Möglichkeit, zum Beispiel gemeinnützige Institutionen zu begünstigen, die einem besonders am Herzen liegen.

Gleichzeitig kann eine gemeinnützige Institution als Universalerbe eingesetzt werden, wenn man keine pflichtteilgeschützten Erben hinterlässt, das heisst keine Nachkommen, keine Eltern, keinen Ehegatten, keine eingetragene Partnerin oder Partner.

Für viele Organisationen gelten Legate zunehmend als professionell zu erschliessende Spendenquelle. 

 

*Name der Redaktion bekannt

Über das Legat:

  • «Legat» und «Vermächtnis» sind rechtlich dasselbe. Das Zivilgesetzbuch verwendet allerdings nur den Begriff Vermächtnis.
  • Wer mit einem Legat begünstigt wird, erhält keine Erbenstellung. Das heisst, man wird nicht Mitglied der Erbengemeinschaft, haftet deshalb auch nicht für Erbschaftsschulden und muss sich nicht um die Verwaltung und Teilung der Erbschaft kümmern. 
  • Für ein Legat reicht ein handschriftliches Testament mit Datum und Unterschrift. Um Unklarheiten zu vermeiden, verwendet man am besten den Begriff «Vermächtnis» oder «Legat» als Bezeichnung. 
  •  Zudem sollte man den vollständigen Namen und auch die genaue Adresse der begünstigten Organisation angeben. So können Verwechslungen vermieden werden.
  • Aber Achtung! Frei verteilen kann man nur denjenigen Teil, der die gesetzlichen Pflichtteile übersteigt.
  • Mit einem Legat kann man nicht nur einen bestimmten Geldbetrag vermachen, sondern auch Wertobjekte (zum Beispiel Haus, Lebensversicherung) oder einen bestimmten Prozentsatz am Nachlass.
  • Gemeinnützige Organisationen sind grundsätzlich von der Erbschaftssteuer befreit.