Damit werden Menschen und Initiativen ausgezeichnet, die Lösungen für die dringenden Probleme unserer Zeit suchen und diese erfolgreich umsetzen. Wie etwa aus dem deutschsprachigen Raum der Österreicher Publizist und Zukunftsforscher Robert Jungk (1913–1994) oder Hans Rudolf Herren, Stiftungsratspräsident von «Biovision», eine Stiftung, die weltweit Armut und Hunger bekämpft und sich für die Verbreitung und Anwendung ökologischer Methoden einsetzt. «Solche Menschen sollten die eigentlichen Stars unserer Zeit sein, doch stattdessen wird ihre Arbeit vielfach bekämpft oder ignoriert», betont Ole von Uexküll, Direktor der Stockholmer Stiftung Right Livelihood Award. Der Award unterstütze deshalb solche Personen und mache sie weltweit bekannt. «Damit wir nicht mit Problemen leben müssen, die wir lösen können.»

Preis schafft Aufmerksamkeit

Der Right Livelihood Award wurde 1980 vom deutsch-schwedischen Publizisten und späteren Europa-Abgeordneten Jakob von Uexküll gegründet. Heute ist er weltweit bekannt als «Alternativer Nobelpreis». Über die Vergabe entscheidet eine internationale Jury. Seit 1985 findet die Verleihung jedes Jahr im Dezember im schwedischen Reichstag statt. Der Preis wird in der Regel an vier Preisträger vergeben. Einer der Preise ist meist ein undotierter Ehrenpreis. Die anderen Preisträger teilen sich ein Preisgeld von insgesamt zwei Millionen Schwedischer Kronen (Stand 2014). Dies entspricht rund 220 000 CHF. «Das Geld dient zur Unterstützung der Arbeit der Preisträger und ist nicht für den persönlichen Gebrauch bestimmt», erklärt von Uexküll. Mindestens ebenso wichtig wie die finanzielle Unterstützung sei die Aufmerksamkeit, die der Preis schafft.

Chancen für alle

Seit 1980 sind bisher 158 Personen und Organisationen aus 65 Ländern mit dem «Alternativen Nobelpreis» ausgezeichnet worden. «Sie alle zeigen, dass mit Tatkraft, Mut und Kreativität zunächst unlösbar scheinende Probleme überwunden werden können», sagt Ole von Uexküll. Anders als bei den Nobelpreisen kenne der Right Livelihood Award keine Kategorien. «Vielfach werden gerade jene neuen Denk- und Lösungsansätze, die in keine Schublade passen, den drängenden Problemen unserer Zeit am besten gerecht.» Die unterschiedlichen Preisträger setzen sich unter anderem für Menschenrechte, Frieden und Konfliktlösung ein und engagieren sich für die Rechte von Minderheiten, den Schutz der Umwelt und den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen. Organisationen aus Entwicklungsländern haben dieselbe Chance, vorgeschlagen und ausgezeichnet zu werden wie bekannte Wissenschaftler aus Industrienationen.