Welches sind die am meisten gefährdeten Tierarten in der Schweiz?

Bei den Tieren am und im Wasser ist der Anteil besonders gross. Vom Aussterben bedroht – also am stärksten gefährdet – sind beispielsweise der Rotkopfwürger, der Juchtenkäfer oder die Moorgrundel.

Wer gibt uns das Recht, mit unserem Verhalten über Sein oder Nichtsein anderer Arten zu entscheiden?

Wichtig ist auch das Gesamtbild: Wir müssen davon ausgehen, dass täglich bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten aussterben.

Eine Art kann auch aus natürlichen Gründen aussterben, etwa im Zug der Evolution.

Doch der aktuelle Wert liegt 1000 Mal über einer natürlichen Rate – und das ist der Einfluss des Menschen.

Welches sind die Hauptursachen des Artensterbens?

Jagd und Wilderei sind für gewisse Tierarten wichtige Faktoren, etwa Nashörner. Die grösste Bedrohung ist aber sicher, dass der Lebensraum vieler Tiere immer weiter schrumpft oder sich durch den Klimawandel sehr schnell verändert.

Der Klimawandel, aber auch die Ausdehnung und Intensivierung der Landwirtschaft oder die Überfischung der Meere sind direkte Folgen unseres grossen Ressourcenverbrauchs. Wenn alle Menschen so viel Energie, Holz, Lebensmittel und andere Ressourcen verbrauchen würden wie wir Schweizer, wären langfristig 3,3 Planeten nötig.

Was bedeutet ein Artensterben für uns konkret?

Einerseits hat die Natur ihren eigenen Wert – wer gibt uns das Recht, mit unserem Verhalten über Sein oder Nichtsein anderer Arten zu entscheiden?

Andererseits sind wir Menschen selbst auch eine Art, die auf intakte Lebensgrundlagen angewiesen ist. Ohne Natur keine Lebensmittel. Schon heute verursachen wir mit Umweltbelastung jährlich Schäden in der Höhe von 6000 Milliarden Dollar. 

Welchen Beitrag können wir zum Erhalt der Arten leisten?

Wer grundsätzlich umweltfreundlich lebt, tut damit auch viel für den Erhalt der Artenvielfalt – eben weil er oder sie nicht auf Kosten der Natur unnötig viele Ressourcen verbraucht. Auch was man kauft, macht einen Unterschied: Mit zertifiziertem Ökostrom oder Most von Hochstamm-Bäumen beispielsweise leistet man einen Beitrag an den Artenschutz.

Wer selber einen Garten hat, kann mit vielfältiger Struktur, einheimischen Sträuchern und Bäumen und Verzicht auf Gifte wertvollen Lebensraum schaffen. Zudem kann jeder und jede als Wähler oder Abstimmende Einfluss nehmen, damit die Politik dem Artenschutz endlich mehr Gewicht gibt.

Klar ist: Wir müssen viel mehr tun für den Artenschutz. Erfreulich ist: Es lohnt sich auch. Die Zahl der freilebenden Tiger ist beispielsweise von über 100000 auf gut 3000 Tiere gesunken. Jetzt steigt die Zahl wieder.

Welche Projekte sind hier am Laufen?

Bei den Feldprojekten ist der WWF im Gewässerschutz sehr stark engagiert: Mit Revitalisierungen bringt man Bäche und Flüsse wieder näher an ihren ursprünglichen Zustand, und so bieten sie vielfältigere Lebensräume für mehr Tierarten.

Ein anderes Beispiel: Dank der Auswilderung von Bartgeiern oder Bibern sind diese Tiere bei uns wieder heimisch geworden. Bei Wolf und Bär geht es darum, Konflikten zwischen Tier und Mensch vorzubeugen, damit sie in der Schweiz eine Zukunft haben.

Feldprojekte alleine können das Artensterben aber nicht stoppen. Dafür müssen wir das Grundproblem in den Griff bekommen, den viel zu hohen Ressourcenverbrauch der Menschheit auf Kosten der Natur. Da ist jeder Einzelne gefragt, aber auch Wirtschaft und Politik.