Auch für erblindete Menschen ist ein befriedigendes Berufs- und Privatleben möglich. Blinde Führhundehalter verbringen naturgemäss viel Zeit im Freien. Beliebt sind auch verschiedene Sportarten wie etwa Schwimmen oder Nordic Walking. Zahlreiche Blinde machen den Computer zu ihrem Hobby. Dank moderner Vorlesegeräte haben sehbehinderte und erblindete Menschen auch Zugang zur Literatur. Damit beeinträchtige Nutzer nicht an der grafischen Gestaltung von Webseiten scheitern, gibt es unterdessen internationale Standards, an denen sich Webdesigner orientieren können.

Hilfreiche Zusatzgeräte

Zentral für Betroffene ist die Schulung im Bereich Orientierung und Mobilität. Sie befähigt sehbehinderte und erblindete Menschen, sich in ihrer Umgebung sicher und möglichst selbstständig zu bewegen. «Das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität können dadurch wesentlich gesteigert werden», betont Paul Cuska, zuständig für das Fundraising beim Schweizerischen Blindenbund. So kann zum Beispiel der Arbeitsweg durch den Einsatz des weissen Stocks wieder selbstständig bewältigt werden. Eine verkehrsreiche Stras­se mit Lichtsignal stellt indes ein grosses Problem dar, wenn das Rot-Grün-Licht nicht mehr erkannt werden kann. «Hier sorgen Zusatzgeräte mit taktilem Grünsignal für Abhilfe», erläutert Cuska. Sinnvoll ist es, wenn eine Mobilitätslehrkraft gemeinsam mit der sehbehinderten Person ein individuelles Schulungsprogramm ausarbeitet, ausgehend vom Ausmass der Sehbehinderung und der persönlichen Ziele und Möglichkeiten. Eine Schulung kann unter anderem das Vermitteln von Körperschutz- und Führtechniken beinhalten, die Handhabung des weissen Stocks, die Nutzung anderer Sinnesorgane wie etwa des Gehörs oder das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln. «Auch nach einem Umzug in eine neue Umgebung oder beim Kennenlernen eines neu gestalteten Bahnhofs können sich betroffene Personen an Orientierungs- und Mobilitätslehrerinnen und -lehrer wenden», empfiehlt Paul Cuska.