Was verstehen Sie unter ­Palliative Care?

Darunter verstehe ich eine umfassende Betreuung eines schwerstkranken Menschen, dessen Krankheitsverlauf in absehbarer Zeit zum Tode führen wird, sprich eine Heilungschance von praktisch null Prozent prognostiziert wird. Diese Betreuung richtet sich hauptsächlich auf ein möglichst schmerzfreies Sterben aus.

Wer bestimmt den Beginn ­einer palliativen Betreuung?

Voraussetzung dazu ist die Prognose einer unheilbaren Krankheit und der terminale Krankheitszustand. Entscheiden für eine palliative Betreuung sollte sich der Betroffene selbst, dies hoffentlich durch die Empfehlung seiner Ärzte. Er muss das Sterben als letzte Lebensphase annehmen können.

Wer finanziert die Palliative Care?

Leider gibt es dazu keine klare Regelung des Gesetzgebers. Es fehlt in den Pflegetaxen eine spezielle Stufe für Palliative Care. Zwar werden die medizinischen Dienstleistungen und ein Teil der Pflege durch die Krankenkassen abgedeckt, trotzdem sind für eine umfassende Betreuung, wie es ein Hospiz nach internationalen Standards anbieten sollte, immer noch Finanzierungslücken vorhanden. Wir im Zürcher Lighthouse etwa können unsere Aufgabe nur dank grosszügigen privaten Spenden wahrnehmen.

Bei welchen Krankheiten macht eine palliative ­Betreuung Sinn?

Jede Krankheit, welche sich im terminalen Stadium befindet, kann dank der Palliative Care mit einem menschenwürdigen Sterben abgeschlossen werden.

Gibt es auch Wunder?

Das Leben ist voller Geheimnisse. Es kam schon einige Male vor, dass jemand, der todkrank in unser Hospiz eingetreten ist, dieses nach einiger Zeit gestärkt verlassen hat und in einem privaten Zuhause sein Leben weiterführte. Trotzdem, sind in solchen Fällen meistens nicht die medizinischen Massnahmen, sondern das Umfeld eines Menschen Auslöser für die Verbesserung seines Zustands.