Die Hilfsorganisation «HMK Hilfe für Mensch und Kirche» (Thun) leistet Nothilfe in Syrien und im Irak. Im Fokus stehen dabei die Inlandflüchtlinge. Der Nahost-Projektleiter der HMK spricht fliessend Arabisch und koordiniert die Hilfe im Auftrag des Hilfswerkeverbands «Hoffnungsnetz». Er steht in täglichem Kontakt mit den lokalen Partnern und ist regelmässig selbst vor Ort. «Hilfe und Unterstützung leisten wir auf Anfrage unserer einheimischen Kooperationspartner. Zu diesem Zweck arbeiten wir auch mit lokalen und kommunalen Behördenvertretern zusammen», erläutert Projektleiter Schwab. Der Fokus der Unterstützung liegt bei der Überlebenshilfe. Darauf sind insbesondere Kinder, Frauen und ältere Menschen angewiesen, die den Kriegswirren oft schutzlos ausgeliefert sind. «Der Hunger ist nach wie vor eines der grössten Probleme», sagt Schwab. Grundsätzlich gehe es darum, die Menschen mit allen Hilfsgütern zu versorgen, die für das Überleben von Familien in Syrien und im Irak lebensnotwendig sind. Im Winter erhalten die Notleidenden auch warme Kleidung, im Sommer wird in den Zelten, in denen die Flüchtlinge leben, für Ventilatoren gesorgt.

Nothilfeallianzen gegründet

Die Hilfe über langjährige, einheimische Projektpartner bezeichnet Schwab als wirkungsvoll und sehr effizient, da sie ortskundig sind, die Muttersprache der einheimischen Bevölkerung beherrschen und deren Kultur kennen. Die Nothilfe der HMK im Pulverfass Nahost sorgt zusätzlich für sauberes Wasser, die medizinische Versorgung und dafür, dass die notleidenden Menschen ein Dach über dem Kopf haben. «Unsere lokalen Partner haben zu diesem Zweck Nothilfeallianzen gegründet und versorgen regelmässig rund 40 000 Inlandflüchtlinge in Syrien und im Irak», betont Schwab. Viele bedrohte Menschen mussten unterdessen ihre Dörfer verlassen und wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen Hals über Kopf flüchten. Oft können sie nicht mehr als das nackte Leben retten. Viele verlieren im Krieg ihre Angehörigen, manche Menschen sterben auf der Flucht. Die Flüchtlinge werden vielfach in abgelegene Bergdörfer abgeschoben, wo sie ausharren müssen. Über die lokalen Partner-Netzwerke gelangen die Hilfsgüter auch in die schwer zugänglichen Gebiete, in denen die Flüchtlinge sonst ihrem Schicksal überlassen wären und so kaum eine Überlebenschance hätten.

Frauen und Kinder

Dank der Hilfe haben die Menschen immer noch die Hoffnung, dass sie den Krieg überleben werden. Unter den kriegstraumatisierten Flüchtlingen, von denen viele notdürftig in Parks, Schulen, öffentlichen Gebäuden oder zusammengepfercht in leeren Wohnungen untergekommen sind, befinden sich besonders viele Frauen und Kinder, die vor der Gewalt fliehen mussten und ihre Männer und Väter in den Kriegswirren verloren haben. Die Hilfeleistungen kommen den bedürftigen Menschen unabhängig von ihrer Ethnie oder Religion zugute.