Möglichst viele durch eine Amputation verlorene Handfunktionen mit einer Prothese nachzubilden, ist bis heute eine der grössten Herausforderungen in der Orthopädietechnik. Fachspezialisten wie David Egger haben Tag für Tag mit solchen komplexen Aufgabestellungen zu tun.

Egger hat die Entwicklung im Bereich der Armprothetik während der vergangenen Jahre intensiv miterlebt. «Für mich war insbesondere der Schritt von den herkömmlichen Myoprothesen-Systemen zu den multiartikulierenden Prothesenhänden beeindruckend», blickt er zurück.

Zu Beginn dieser Entwicklung war nur ein einfacher Zangengriff möglich. Die neuartigen Prothesen bieten Patienten nun wesentlich mehr Möglichkeiten, um einen Gegenstand formschlüssig greifen zu können.

Gezieltere Steuerungsmöglichkeiten

Die moderne Orthopädietechnik versorgt die Patienten heute mit unterschiedlichen myoelektrisch gesteuerten Armprothesen. «Die Modelle unterscheiden sich vor allem bezüglich ihrer Griffmuster», erläutert Egger.

Während die eine Variante lediglich sieben unterschiedliche Griffmuster erlaubt, sind bei andern Modellen über 20 naturgetreue Griffmuster möglich. Zudem unterscheiden sich die Prothesensysteme in der Konfiguration.

Die eine Versorgung ermöglicht nur den lateralen und den oppositionellen Griff, bei anderen Modellen werden alle Finger durch Motoren einzeln angetrieben. «Dank neuer Technologien wird die Funktionalität von Armprothesen ständig weiterentwickelt. Man darf gespannt sein, wie sich die Technologie in den nächsten Jahren präsentieren wird», so Egger

Der Fortschritt in der Prothesen-Entwicklung bedeutet aber auch für den Patienten eine Herausforderung. Einerseits braucht es gute kognitive Fähigkeiten, andererseits viel Geduld. Betroffene Patienten werden mehr üben müssen, da bei zukünftigen Prothesen zum Beispiel durch Mustererkennung verschiedene Griffe differenzierter angesteuert werden können.

«Gleichwohl werden künftige Versorgungsmöglichkeiten grundsätzlich positiv eingeschätzt. Insbesondere die Entwicklung von gezielteren Steuerungsmöglichkeiten ist vielversprechend», zeigt sich Egger überzeugt.