Für den leidenschaftlichen DJ und Partygänger ist das kein Zuckerschlecken. Denn die Clubs sind nicht immer rollstuhltauglich.  

Wie bist du zum Musik-Produzieren gekommen?

Früher schrieb und zeichnete ich viel. Irgendwann ging dies aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Ich suchte deshalb nach einer Beschäftigung, die ich am Computer machen konnte. Anfangs hörte ich Musik. Vor etwa zehn Jahren begann ich im Selbststudium, sie selbst am PC zu produzieren. Ich wollte nicht nur Lieder konsumieren, sondern meine eigenen Musikideen verwirklichen.

Zu sehen, wie meine Tracks Gefühle in den Leuten auslösen, das macht mich überglücklich.

Was gibt dir die Musik und was willst du anderen damit weitergeben?

Seit etwa drei Jahren konzentriere ich mich auf Techno bzw. elektronische Musik. Jeder Abend, an dem ich auflege, ist ein einzigartiges Erlebnis für mich. Zu sehen, wie meine Tracks Gefühle in den Leuten auslösen, das macht mich überglücklich.

Welche Musikrichtung spricht dich am meisten an – wo gehst du aus?

Die Musik, die ich selber produziere und bevorzuge, ist etwas härter und schneller als die «housige» Musik, die ich im Ausgang höre. Ich gehe gerne ins Supermarket. Auch die Härterei und Frieda’s Büxe gefallen mir.

Leider komme ich in meinen Lieblingsclub – das Hive – wegen der Treppe mit dem Rollstuhl nicht rein. Ich hätte dort schon einige coole Acts sehen wollen.

Begegnest du generell vielen bautechnischen Hürden im Nachtleben?

Das variiert. Es gibt schon einige Clubs, die nicht gerade rollstuhlfreundlich sind. Andere wiederum wie zum Beispiel das Supermarket sind relativ gut zugänglich. Die Treppe bei Frieda’s Büxe stellte anfangs ein Problem für mich dar.

Die Betreiber haben jedoch inzwischen extra einen Treppenlift montiert. Während öffentliche Gebäude behindertengerecht sein müssen, sind private Clubs meines Wissens nicht dazu verpflichtet. Häufig fehlt es zum Beispiel auch an Behindertentoiletten.

In welchen Ausgeh-Situationen bist du auf Hilfe angewiesen?

Trinken geht nicht alleine. Jemand muss mir das Getränk hinhalten. Manchmal brauche ich auch Unterstützung beim Gang auf die Toilette. Ich treffe jedoch auf grosse Hilfsbereitschaft unter den Leuten. Viele kennen mich mittlerweile auch.

Oft bin ich mit Freunden unterwegs. Manchmal möchte ich aber auch alleine weg. Es nervt mich, dass Leute wie ich aufgrund bautechnischer Hindernisse oft notgedrungen auf Begleitung angewiesen sind.

Und dennoch: Nichts hält dich vom Nachtleben und deinen DJ-Plänen ab. Wie läuft es dir als DJ? Was hast du schon erreicht und wo willst du noch hin? 

Dieses Jahr ist erfreulicherweise vieles ins Rollen gekommen. Ich habe zwei Partys mitorganisiert, viel Networking betrieben, mich um ein Management gekümmert und Suara, eines der bekanntesten Techno-Labels, hat einen meiner Tracks herausgebracht.

Auch meine Gigs haben zugenommen. Ich hoffe, darauf weiter aufbauen zu können. Es geht mir dabei nicht ums Geld. Ich will einfach meine Passion ausleben können.

Wir bedanken uns herzlich für das Interview mit Amir Gashi und wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft.