Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi verhilft unter anderem mit Projekten in Thailand, Myanmar/Burma und Laos Kindern und Jugendlichen zu ihrem Recht auf eine qualitativ gute und relevante Bildung und damit zu besseren Zukunftschancen. «Es ist leider keine Selbstverständlichkeit, dass Kinder und Jugendliche eine Schule besuchen können. Besonders Kinder in Krisenregionen oder Kinder in abgelegenen Dörfern haben oftmals eine schlechte bis gar keine Schulbildung», sagt Brigit Burkard von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi. Kommt hinzu, dass es, wie etwa in Myanmar/Burma, viel zu wenig gut ausgebildete Lehrer hat. «Ein Schwerpunkt unserer Arbeit besteht deshalb darin, Lehrer auszubilden, respektive weiterzubilden. Im Rahmen dieser Ausbildung wird dem Kinderrecht besondere Bedeutung beigemessen», so Burkard.

Ein Recht auf Bildung

Denn die Menschen wissen oftmals nicht, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben und ein Kind nicht auf Kosten der Schule arbeiten darf. Zudem werden die Lehrer auch mit den verschiedenen Ethnien innerhalb ihres Landes vertraut gemacht. Lokales und indigenes Wissen fliesst in den Unterricht ein und wird auch von einheimischen ExpertInnen unterrichtet. Dieses Wissen bringt die Schule näher zum Dorf – und umgekehrt. «Die Eltern sind eher bereit, ihre Kinder zur Schule zu schicken, wenn das vermittelte Wissen in ihrem Kontext eine Relevanz hat, und es motiviert auch die Kinder, dem Unterricht beizuwohnen», weiss Brigit Burkard. Wo es das politische Umfeld erlaubt, fördert die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi den Unterricht in der Muttersprache. «Bis in die zweite Klasse erfolgt der Unterricht in der Muttersprache. Dann geschieht ein fliessender Wechsel zur Nationalsprache.  Dies trägt dazu bei, dass weniger Kinder die Schule abbrechen.» In vielen Teilen Südostasiens ist es noch immer so, dass es nur eine Schulsprache gibt. Kinder, die eine andere Muttersprache sprechen, haben so oftmals keine Chance, im Unterricht mitzukommen. «Deshalb ist einer unserer Schwerpunkte, den sprachlichen Bedürfnissen mit der Einführung von Zweitsprachenunterricht und mehrsprachiger Bildung Rechnung zu tragen.» Unter Mitwirkung aller Teilnehmenden – Kinder, Eltern, Lehrpersonen, Gemeinden – werden Unterricht und Lehrpläne gestaltet.

Schulalltag in Flüchtlingslagern

Nochmals anders sieht die Situation im Norden Myanmars/Burmas aus. Vor rund vier Jahren wurden bei Auseinandersetzungen zwischen dem Militär und Rebellen viele Dörfer zerstört und hunderttausende Zivilisten vertrieben. Die Menschen flohen aus Angst vor Bomben, Tod, Vergewaltigung und Kindsentführung in Flüchtlingscamps. «Wir sind seit 2013 in zahlreichen Flüchtlingscamps mit Schulprojekten aktiv.» Die Kinder und Jugendlichen werden beim Besuch der nahe gelegenen staatlichen Primarschulen unterstützt. In den Abendstunden erhalten sie Zusatzunterricht und Unterstützung bei den Hausaufgaben, damit sie den verpassten Schulstoff nachholen und dem Unterricht in den öffentlichen Schulen folgen können. «Der Schulalltag ist für diese Kinder besonders wichtig, denn er gibt ihnen eine Struktur und ein Stück Normalität zurück. Und nicht zuletzt: Schulbildung ist ihre einzige Chance auf ein besseres Leben», so Burkard abschliessend.