Diese jungen Menschen lassen alles hinter sich in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Aber das Leben in der Stadt entpuppt sich oftmals als ganz anders, als sie es sich vorgestellt haben. «In vielen Fällen leben die Menschen in noch grösserer Armut als zu Hause», weiss Susanne Flückiger von Enfants du Monde. Weil sie weder eine Schul- noch Berufsausbildung haben, müssen diese Menschen häufig unter schwierigen Bedingungen arbeiten, werden schlecht bezahlt und vielfach ausgebeutet.

Landflucht stoppen

Ein Mittel, um die Landflucht und die damit verbundene Armut zu stoppen, ist die Schulbildung. «Menschen mit einer Ausbildung haben auf dem Land durchaus eine Zukunftsperspektive. Deshalb unterstützen wir mit Erfolg 92 Schulen in den ländlichen Regionen von Bangladesch», so Flückiger. Die 13-jährige Liza besucht eine dieser Schulen. Sie lebt im Bezirk Dinajpur, einer armen Region im Norden von Bangladesch. Sie will nicht ihr Dorf verlassen wie ihre Cousine, die nach Dhaka ging, um in einer Textilfabrik zu arbeiten. «Dank Enfants du Monde kann ich zur Schule gehen und gleichzeitig eine Anlehre als Schneiderin machen», sagt Liza. Und sie hat grosse Pläne für die Zukunft: «Ich möchte mein eigenes Atelier eröffnen, hier im Dorf. Ich bin überzeugt, dass ich eine gute Zukunft haben werde.» Sobald sie ihre Ausbildung fertig hat, kann Liza bei der Schule einen Mikrokredit beantragen. Sie verdient bereits jetzt etwas Geld, weil die Kleider, die sie im Unterricht näht, von der Schule verkauft werden. Das Ziel von Enfants du Monde ist es, dass möglichst viele benachteiligte Kinder dem Vorbild von Liza folgen und sich dank Schulbildung den Zugang zu einer besseren Zukunft verschaffen. «In Bangladesch besuchen mehr als 3000 Kinder und Jugendliche die Schulen auf dem Land, die wir unterstützen», sagt Susanne Flückiger abschliessend.