Wer keine Chance erhält, hat auch keine Möglichkeit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. «Man erkennt erst, wozu Menschen fähig sind, wenn sie sich in einem Einsatz bewähren können», betont Urs Grüter. Er ist Direktor Entwicklung und Marketing bei «IPT Integration für alle», einer privaten Stiftung, die 1972 von Unternehmern gegründet wurde, denen die Integration von Menschen mit einer Beeinträchtigung wichtig ist. Wenn jemand seine Arbeit verliert, steckt oft ein ganzer Strauss von Problemen dahinter. Diese können körperlicher oder psychischer Art sein, sagt Grüter. «Solche Menschen haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer, wieder eine Stelle zu finden, die für sie in Frage kommt.»

Neue Perspektiven

Ob jemand wieder einen Job findet, hängt unter anderem von einer guten, individuellen Vorbereitung der Betroffenen ab, weiss Grüter aus Erfahrung. Viele Stellensuchende müssen wieder lernen, sich an Strukturen und einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen. Die Wiedereingliederung solcher Menschen eröffne ihnen aber neue Perspektiven, so Grüter. Unter dem Leitgedanken «Eine Brücke zwischen zwei Welten», konkret zwischen Wirtschaft und Sozialwesen, unterstützt IPT deshalb die berufliche Integration von Personen, deren psychische oder physische Gesundheit beeinträchtigt ist. Die Stiftung ist heute in mehreren Kantonen tätig. Jedes Jahr werden rund 2'500 Personen betreut. Mehr als ein Drittel unter ihnen findet eine dauerhafte Anstellung. «Das von uns entwickelte Konzept basiert darauf, die persönlichen Kompetenzen und die Ressourcen der Betroffenen zu stärken und mit den Bedürfnissen der Arbeitgeber abzustimmen», erläutert Grüter.

Enge Kooperation

Wie ähnlich gelagerte Institutionen verfügt IPT heute über ein gut ausgebautes Netzwerk von Partnerbetrieben. Eng kooperiert wird mit den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV), den kantonalen IV-Stellen, den privaten Versicherern, der Suva, den kommunalen und kantonalen Sozialdiensten, Ärzten und Spitälern, und weiteren Institutionen. In unserer Gesellschaft habe die Arbeit einen zentralen Stellenwert. Wer keinen Job hat fühlt sich in unserer Gesellschaft ausgegrenzt und heimatlos, sagt Grüter. «Solange das so ist, muss die Gesellschaft Lösungen für die berufliche Wiedereingliederung bereitstellen.» Der Mensch dürfe nicht nur als Lohnempfänger oder Kostenstelle begriffen werden. Finanziert wird die Stiftung vorwiegend über Leistungsverträge, beispielsweise mit kantonalen IV-Stellen.