Das Mädchenhaus steht Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren offen, die in ihren Familien von körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt betroffen sind. Die Mädchen erfahren in der Regel über Schulsozialarbeiterinnen oder Jugendberatungsstellen vom Angebot des Mädchenhauses. Oder sie finden es übers Internet. «Die Mädchen müssen selber bei uns anrufen, damit wir mit ihnen klären können, ob das Mädchenhaus das richtige Angebot ist. Erreichen kann man uns rund um die Uhr», betont Co-Leiterin Karin Aeberhard. Gemäss der hauseigenen Statistik sind die meisten Mädchen, die Zuflucht im Mädchenhaus suchen, von physischer und psychischer Gewalt betroffen.

Tagesstruktur aufrechterhalten

Die maximale Aufenthaltsdauer ist auf drei Monate befristet. Allerdings gibt es Ausnahmen von der Regel: Falls nötig, kann ein Mädchen auch mal länger bleiben, es gibt aber auch junge Frauen, die das Haus bereits nach einigen Tagen oder Wochen wieder verlassen. Im Mädchenhaus erhalten sie Unterstützung bei der Klärung ihrer rechtlichen und finanziellen Situation. Sie werden zudem über opferhilferechtliche Fragen aufgeklärt. Gleichzeitig unterstützt man sie darin, ihre Tagesstruktur weiterhin aufrechtzuerhalten. «Oberstes Ziel ist der Schutz vor weiterer Gewalt, Sicherheit und Stabilisierung, allenfalls über eine Therapie», so Aeberhard. Aus Sicherheitsgründen befindet sich das Mädchenhaus an einer anonymen Adresse. Einige Mädchen gehen nach dem Aufenthalt im Mädchenhaus wieder nach Hause. Rund zwei Drittel werden fremdplatziert, je nach Alter auch in einer eigenen Wohnung. Finanziert wird das Mädchenhaus über Beiträge des Kantons Zürich und vom Bund. Zusätzlich bezahlen die Wohnsitzgemeinden der betreuten Mädchen pro Aufenthaltstag einen Betrag. Einzig dank Spenden können auch volljährige Frauen von 18 bis 20 Jahren aufgenommen werden. Auch das Tagesstruktur-Angebot des Mädchenhauses wird vollumfänglich über Spenden finanziert. Platz bietet das Haus für sieben Mädchen.