Von Armut und Hunger sind vor allem Familien und deren Kinder betroffen.Die Dimension der Anzahl Hungernden ist für das menschliche Vorstellungsvermögen schier unvorstellbar: Laut einer Schätzung sind weltweit 20 Millionen Babys und Kleinkinder in akuter Lebensgefahr, weil sie nicht genügend Nährstoffe einnehmen oder aufgrund von Krankheiten die Nahrung nicht aufnehmen können.

Versteckter Hunger

Weltweit leidet gemäss UNICEF jedes vierte Kind unter fünf Jahren weltweit unter verstecktem Hunger. Kinder sind damit für ihr weiteres Leben geschädigt. Das heisst, dass rund 165 Millionen Kinder als Folge von chronischer Unterernährung körperlich und geistig beeinträchtigt werden. Versteckter Hunger ist nichts anderes als eine chronische Unterernährung, weil die Folgen nicht unmittelbar sichtbar sind, wie bei einer akuten Hungerkatastrophe. Das heisst, solche Kinder sind jeweils zu klein für ihr Alter. Auch die Entwicklung des Gehirns und kognitiven Fähigkeiten wird erschwert.

Entwicklungshilfe lohnt sich

Berichte von Entwicklungsorganisationen zeigen auf, dass in den vergangenen Jahren gute Fortschritte im Kampf gegen versteckten Hunger und andere Formen der Mangelernährung erzielt wurden. In Indien leben mit 62 Millionen die meisten unterentwickelten Kinder. Im Bundesstaat Maharashtra konnte der Anteil der betroffenen Kinder von 39 Prozent in 2005/2006 auf 23 Prozent im 2012 gesenkt werden. Zwischen 2006 und 2011 sank in Peru der Anteil von 30 auf 20 Prozent, in Äthiopien von 57 Prozent im 2000 auf 44 Prozent im 2011.

Gezielte Ernährung von Mutter und Kind

Erfolgreich sind Programme, die gezielt in die Ernährung und Gesundheit von Müttern und Kindern investieren. Eine nachhaltige Stärkung der Gesundheitssysteme durch die Ausstattung von Krankenhäusern und die Ausbildung von Hebammen und Helfern zahlt sich aus. Zudem werden weltweit grosse Mengen an Zusatznährstoffen wie Vitamine und Mineralien an schwangere Frauen verteilt und Mütter über die Vorteile des Stillens und die richtige Beikost für Kleinkinder beraten.

Unabdingbare Entwicklungshilfe

Seit Jahren trägt der unermüdliche Einsatz von Entwicklungsinstitutionen dazu bei, dass vor Ort aktive Hilfe geleistet werden kann. Zum Beispiel mit der Versorgung von Erdnusspaste: Ein Päckchen Erdnusspaste hat 500 Kalorien. Sie setzt sich aus Erdnüssen, Öl, Milchpulver und Zucker zusammen und ist mit lebenswichtigen Vitaminen und Spurenelementen angereichert. Für akut mangelernährte Kinder hat beispielsweise UNICEF im 2011  27 000 Tonnen lebensrettende therapeutische Zusatznahrung bereitgestellt, das sind 80 Prozent der weltweit eingesetzten Zusatznahrung.

Grundversorgung sicherstellen

Entwicklungshelfer setzen sich auch für den Aufbau von Infrastrukturen ein: Für den Bau und die Versorgung von Gesundheitsstationen, die Ausbildung von Hebammen und Gesundheitshelfern. Auch Aufklärung in den Dörfern wird durchgeführt: Geschulte, meist freiwillige Helferinnen erklären den Müttern, warum ausschliessliches Stillen in den ersten sechs Monaten die beste Nahrung für ihr Neugeborenes ist. Und nicht zuletzt ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser unabdingbar: An vielen Entwicklungsorten der Welt werden Brunnen installiert, um damit die Grundversorgung sicherzustellen.