Darunter leidet ihre schulische Bildung, und sie sind auf der Strasse auch der Kriminalität ausgesetzt. Jedes Kind hat das Recht, eine Schule zu besuchen, zu lernen und eine Ausbildung zu wählen, die seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht. Armut, Krieg und Gewalt sind die Hauptursache dafür, dass weltweit Millionen von Kindern keine Schule besuchen können. Darüber kann auch die Fussball-WM 2014 nicht hinwegtäuschen. Mit dem Eröffnungsspiel am 12. Juni werden Millionen von Fans vor den TV-Geräten sitzen und ihre Mannschaften anfeuern. An der Tatsache, dass auch in Brasilien Hunderttausende von Kindern ohne Schulbildung aufwachsen, ändert dieses gigantische Spektakel allerdings nichts.

Recht auf Ausbildung

Fussball bedeutet Emotionen und Leidenschaft. Fussball begeistert und bewegt die Menschen, nicht nur in den grossen Stadien der Welt. Fussball gespielt wird auch in den engen Gassen der Armenviertel Brasiliens. Organisationen wie die Salesianer Don Boscos haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen mittels Sport Werte wie Teamgeist, Fairness und Disziplin zu vermitteln, um sie zurück in ein geregeltes Leben zu holen. «Fussball ist nicht nur Spiel und Spass, er ist eine Lebensschule», betont Pater Toni Rogger, Geschäftsführer der Don Bosco Jugendhilfe Weltweit. Hier würden die jungen Menschen auch lernen, mit Niederlagen und Siegen umzugehen. «Gerade jetzt, wenn sich Millionen von Augen auf Brasilien richten, sollte man nicht nur die imposanten Stadien sehen, sondern auch die Probleme der Bevölkerung», so Rogger, der Initiant der Kampagne Bosco Arena. Damit vor lauter Torjubel nicht vergessen geht, dass auch Kinder, die arbeiten müssen und oft auf der Strasse leben, ein Recht auf eine unbeschwerte Jugend und eine Ausbildung haben.