Viele von uns haben jemanden im Bekanntenkreis, der eine Patenschaft für ein Kind im Ausland übernommen hat. Gerade in der Schweiz ist das Thema Patenschaft weitläufig bekannt. Doch was heisst das eigentlich genau? Nützt diese Art der Entwicklungshilfe mehr als andere Projekte? Das Prinzip ist zuerst einmal relativ simpel. Statt sein Geld in einen anonymen Topf zu werfen, kann man sich zum Beispiel bei World Vision für eine Patenschaft für Kinder entscheiden und so ein Kind, seine Familie und sein Dorf unterstützen. Die Unterstützung ist dabei sehr breit angelegt. Unter anderem sind Gesundheit, Wasser, Ausbildung, Ernährung oder Fortschritte in der landwirtschaftlichen Arbeit Faktoren, die für eine nachhaltige Entwicklung einer Region massgebend sind. Für fünfzig Franken im Monat erhalten Paten regelmässige Informationen über ihr Patenkind, sein Dorf, seine Familie und das Projekt, in welchem sie leben. Jeder Patin und jedem Paten wird in verschiedenster Form berichtet, wie die Patenschaft das Leben der Menschen vor Ort verändert.

Projektaktivitäten stimmt das Hilfswerk mit Bezugspersonen aus dem Dorf ab

Diese Form der Entwicklungshilfe führt zu einem stärkeren persönlichen Bezug zum Projekt, da man die Region, welcher mit einer Patenschaft geholfen wird, selbst ausgewählt hat. Durch die Bindung, die mit einer Patenschaft für Kinder entsteht, kann man die Fortschritte des Patenkinds und der ganzen Region gezielt und transparent beobachten. Im Projekt selbst arbeitet die Hilfsorganisation eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Die Projektaktivitäten stimmt das Hilfswerk mit Bezugspersonen aus dem Dorf und den Behörden ab und gewährleistet so, dass letztendlich dort geholfen wird, wo auch wirklich Hilfe benötigt wird. Das Hilfswerk World Vision mit Sitz in Dübendorf ist überzeugt, dass sich ein Patenkind dann am besten entwickeln kann, wenn sich sein gesamtes Umfeld positiv verändert. Genau dieses Ziel will die Organisation mit der Unterstützung aus der Schweiz erreichen. Von einer neu erbauten Schule oder einem neuen Brunnen im Dorf profitiert ein Patenkind um ein Vielfaches mehr als von einer direkten Geldspende oder Geschenken an das Kind selbst.

Aus den Patenkindern sollen eigenständige Erwachsene werden

Auf die einzelnen, spezifischen Projekte bezogen begeht die Hilfsorganisation einen multisektoriellen Weg. Das heisst, dass die Entwicklungsarbeit vor Ort nicht nur einen Teilbereich, wie Bildung oder Gesundheit, sondern mehre Bereiche im Leben eines Kindes und seines Umfelds beeinflusst. Dazu gehören unter anderem auch Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Arbeit, eine bessere Hygiene, Bildungseinrichtungen und medizinische Versorgung. Schliesslich ist einem Kind, das zwar in die Schule gehen kann, aber zu Hause keinen Zugriff auf sauberes Wasser hat, nicht oder nicht vollumfänglich geholfen. Nur wenn es der Familie und letztendlich dem ganzen Dorf gut geht, kann ein Kind nachhaltig glücklich und gesund aufwachsen. Aus Patenkindern sollen schliesslich einmal eigenständige Erwachsene werden, die ihr Dorf mit den erlernten Fähigkeiten weiterhin unterstützen können. Wenn ehemalige Patenkinder und weitere Mitglieder einer Dorfgemeinschaft nach dem Ende eines rund 15-jährigen Patenschaftsprojekts die Region selbständig weiterbetreuen können, schliesst sich der Kreis und die Arbeit von World Vision hat sich gelohnt. Hilfe zur Selbsthilfe ist daher ein weiteres wichtiges Stichwort in den Entwicklungsprojekten. Die Tatsache, dass der Spendenbetrag bei Patenschaften für Kinder also nicht nur für ein einzelnes Kind verwendet wird, sondern auch für seine Familie und sein Dorf, schmälert also keinesfalls die Hilfeleistung – nein, es steigert sie sogar. So ist doch das Ziel jeglicher Hilfestellung, langfristig und nachhaltig etwas Gutes zu tun, was mit einer Patenschaft für Kinder allemal gewährleistet ist.