Die Favela Jacarezinho ist eines der grössten Armenviertel von Rio de Janeiro und galt bis vor kurzem auch als eines der gewalttätigsten der Stadt. 100 000 Menschen leben dort auf einem Quadratkilometer in engsten Verhältnissen. Die Drogenmafia kontrollierte das Geschehen. «Ich habe erlebt, wie die Polizei eine Razzia gegen die Drogenmafia durchführte, und war stundenlang in unserem Zentrum gefangen. Beim Bau der Schule kam es mehrmals zu Schiessereien», berichtet Pater Toni Rogger, Geschäftsführer der Don Bosco Jugendhilfe Weltweit. Die gemeinnützige Hilfsorganisation unterstützt die Arbeit der Salesianer Don Boscos seit 1980 in Südamerika, und mittlerweile auf allen Kontinenten. Die Ordensgemeinschaft arbeitet vielfach an sozialen Brennpunkten, wo sich sonst kaum eine andere Hilfsorganisation hinwagt. «Sie kümmern sich um Kinder und Jugendliche, die ohne Hilfe chancenlos sind», so Rogger.

Eine Chance für die Kinder

Der Bau der Schule für Kinder der Favela Jacarezinho ist umso mehr eine Erfolgsgeschichte für die Salesianer Don Boscos. Bis zu ihrer Eröffnung mussten sie so manche Gefahren und Hindernisse überstehen. Kurz nach der Einweihung der Schule im August 2012 und im Hinblick auf die Fussballweltmeisterschaft und die Olympiade «säuberten» Polizei und Armee Jacarezinho und vertrieben die Drogenmafia. «Die Ängste, Mühen und Sorgen machten der Freude über eine neue Schule mit zwölf lichterfüllten Klassenzimmern Platz. Die Bewohner der Favela können nun ohne tägliche Angst leben», freut sich Rogger. Die Schule ist für das Quartier und die ganze Stadt von tragendem Wert. Die Kinder lernen für ihr eigenes Leben und für das Gemeinwesen Verantwortung zu übernehmen und erhalten eine Perspektive jenseits von Elend und Kriminalität.