Ihr Schulprojekt in Moldawien fördert die inklusive Bildung für Kinder mit Behinderungen. Worum geht es genau?

Es geht darum, dass diese Kinder nicht in eine Sonderschule gehen, sondern mit den Kindern von Regelschulen zusammen unterrichtet werden. Auf der Metaebene ist das Ziel ein rücksichtvolles Miteinander an den Schulen, Hauptziel ist die gesellschaftliche Integration der Kinder.

Wie erfolgt die Integration und wer profitiert?

Alle müssen an einem Strang ziehen. Lehrpersonen, Eltern, Schulbehörden und Klassenkameraden werden dementsprechend für den gemeinsamen Unterricht und die speziellen Lernbedürfnisse der aktuell 105 Kinder mit Behinderungen an den vier Pilotschulen sensibilisiert bzw. ausgebildet. Im täglichen Kontakt entwickeln rund 1000 Kinder aber auch ihre Eltern und PädagogInnen Toleranz und Verständnis für das «Anderssein». Die Kinder lernen nicht nur miteinander, sondern auch voneinander.

Welches sind die grössten Hindernisse?

Die Zurückhaltung und Unsicherheit einzelner Eltern, in der Gesellschaft und im Schulsystem verankerte Vorurteile sowie die Armut in Moldawien sind wesentliche Hürden bei der Integration der Kinder. Einerseits braucht es Überzeugungsarbeit, damit Eltern ihre Kinder mit Behinderungen überhaupt in eine Schule schicken. Andererseits fehlt es an finanziellen Mitteln und Fachwissen, um solche «Schulen für alle» zu realisieren.

Was erhofft sich Ihre Stiftung längerfristig vom Projekt?

In Zukunft soll das Modell des integrativen Unterrichts für Kinder mit speziellen Förderbedürfnissen im gesamten moldawischen Bildungssystem implementiert werden.