Non-Profit-Organisationen (NPO) werden in den letzten Jahren durch einen Wandel in der Ressourcensteuerung der Organisationen herausgefordert. Ehrenamtliche Arbeit wird immer seltener, wodurch Personalressourcen fehlen. Doch auch die Akquise von Spendengeldern hat in letzter Zeit für Unruhe gesorgt. «Es gibt einen zunehmend schärferen Wettbewerb um Spendengelder», erklärt Iris Rauskala, Dozentin an der ZHAW, «weshalb man sich etwas einfallen lassen muss, wenn man den Anteil am Kuchen behalten möchte.» Auch die mediale Berichterstattung um unlautere Praktiken der professionellen Spendeneintreiber-Organisation hätte zu einem schlechten Ruf geführt.

NPOs brauchen Spendenpolster

Deshalb wird professionelles NPO-Management immer wichtiger. Im Unterschied zu profitorientierten Unternehmen steht zwar nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. «Die Spendengelder und Zuschüsse müssen aber für die Projekte eingesetzt werden, für die gespendet wurde, und können auch nicht einfach gehortet werden», erklärt Rauskala, «selbst wenn NPOs natürlich auch gewisse Polster brauchen, um Durststrecken zu überwinden oder Investitionen tätigen zu können.» Neben der sachgerechten Verwendung der Mittel sei jedenfalls auch die Ertragssicherheit zu gewährleisten.

Globalisierung betrifft auch NPOs

Gemeinnützige Organisationen sind sehr verschieden. Sie reichen von den kleinen Vereinen der Zivilgesellschaft bis hin zu grossen, international agierenden Organisationen wie FIFA, Greenpeace oder UNO. «Bei den grossen kann man sich gut vorstellen, dass sie natürlich professionelle Personalführung, strategisches Management, Finanzmanagement, Qualitätsmanagement und Kommunikation brauchen», sagt Rauskala. Die genannten Organisationen sind auch fixer Bestandteil einer globalisierten Welt. Letztlich macht der NPO-Manager im Grunde nichts anderes als der Manager eines Privatunternehmens. «Der NPO-Manager überlegt, was sein Organisationsziel ist, wie er es erreichen kann, welche Ressourcen er dafür braucht und wie er sich diese am besten einteilt, aber auch, welche neue Märkte für ihn künftig relevant sein könnten», so Rauskala.

Erster NPO Management Studiengang

Die ZHAW hat gemeinsam mit der Hochschule Luzern einen Studiengang mit Spezialisierung auf Öffentliches und Non-Profit Management eingerichtet. «Wir sind in der Schweiz unter den ersten, die ein Betriebsökonomisches Studium anbieten, das sich gezielt an den öffentlichen und Non-Profit Sektor und dessen spezifische Herausforderungen richtet», sagt die Studiengangleiterin der Vertiefung Public und Nonprofit Management des ZHAW MSc in Business Administration. Dort lernt man den Umgang mit Managementinstrumenten wie Finanzen, Fundraising, Zielgruppenmanagement bis hin zum Qualitätsmanagement, die gezielt auf die Notwendigkeiten und Bedürfnisse von Non-Profit-Organisationen angepasst sind.