Vor kurzem wurde im Kinderspital Zürich einem Kind im ersten Lebensjahr ein Herz implantiert. Diese Operation wurde erst zum zweiten Mal durchgeführt. Das Beispiel zeigt, wie wichtig Organspenden sind. Diesbezüglich zeichnet sich bei den Spenderzahlen eine langsame Besserung ab. «Zum Glück», sagt Franz Immer, Direktor von Swisstransplant. Nach einem markanten Einbruch der Organspenderzahlen im ersten Halbjahr 2011 sieht er Licht am Horizont. «Durch den Anstieg der Spenderzahlen in der zweiten Jahreshälfte hat sich auch die Sterberate auf der Warteliste stabilisiert.» Und dennoch: Noch nie haben in der Schweiz so viele Menschen auf ein Organ gewartet. Wenn zu wenige Spenderorgane vorhanden sind, hat dies fatale Folgen. So verstarben im letzten Jahr 61 Menschen (+ 3,4 Prozent), die auf der Warteliste standen, weil ihnen nicht rechtzeitig ein Organ zugeteilt werden konnte. Knapp zwei Drittel der Todesfälle betrafen Menschen, die auf eine Leber, ein Herz oder eine Lunge gewartet hatten. «Ein Organ spenden kann man in jedem Alter. Unser ältester Spender war 88-jährig», betont Franz Immer.

Ausgezeichnete Resultate

Swisstransplant arbeitet deshalb laufend an einer Verbesserung der Spenderzahlen. Das grosse Engagement der Intensivmediziner zur Optimierung der Strukturen und Prozesse in den Spitälern, aber auch die exzellenten Transplantationsprogramme in der Schweiz geben derzeit Hoffnung für die 1074 Patienten (+ 4,5 Prozent) auf der nationalen Warteliste. Die fehlende Finanzierung der gesetzlich vorgeschriebenen Stellen in den Spitälern einzelner Kantone prägt indes das Spenderaufkommen in der Schweiz nachhaltig. Nach wie vor hat die Schweiz weniger Spender pro Million Einwohner als etwa Frankreich, Österreich und Italien. «Deshalb sind dringend Massnahmen notwendig, um die Zunahme der Menschen auf der Warteliste stoppen und die Sterberate senken zu können», sagt Immer. Schon wenige zusätzliche Spender könnten die Sterberate nachhaltig verringern und die medizinisch ausgezeichneten Transplantationsresultate auch zahlenmässig weiter verbessern. Wie jedes Jahr ruft Swisstransplant die Bevölkerung dazu auf, zum Thema Organspende eine Entscheidung zu treffen und diese vor allem auch den nächsten Angehörigen mitzuteilen. «Ein solcher Entscheid will selbstverständlich gründlich überlegt sein», sagt Franz Immer. Organtransplantationen sichern aber das Überleben von Menschen, die dringend auf ein Spenderorgan angewiesen sind. Doch nicht nur das: «Wer von einer Organtransplantation profitieren kann, verfügt auch wieder über mehr Lebensqualität», betont Immer.