Der Begriff Philanthropie stammt aus der Antike und ist heute aktueller denn je. Auch für Unternehmen, die Wert auf Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit legen, ist er zum Schlüsselwort geworden. Philanthropie bedeutet im Wortsinn Menschenfreundlichkeit oder Menschenliebe. Menschen, die etwas Gutes für andere Menschen tun, werden als Philanthropen bezeichnet. Und so unterschiedlich diese Titelträger sind – vom Pädagogen Basedow über Mutter Teresa bis hin zu Bill Gates – so unterschiedlich ist auch das Verständnis von Philanthropie. «Nach unserer Auffassung lässt sich Philanthropie in einem einfachen Satz beschreiben: Sie umfasst jede private freiwillige Handlung für einen gemeinnützigen Zweck», erläutert Georg von Schnurbein. Man könnte auch von Gemeinnützigkeit, Gemeinwohl, Wohlfahrt oder Zivilgesellschaft sprechen. Von Schnurbein verweist in diesem Zusammenhang auf Begriffe wie Nonprofit-Organisation (NPO) oder Nicht-Regierungsorganisation (NGO): «Im Gegensatz dazu definiert Philanthropie, was es ist, und nicht, was es nicht ist. Die Negativdefinitionen haben den Nachteil, dass der beschriebene Terminus nur in Abhängigkeit von einem anderen Begriff existieren kann.»

Ethisches Verhalten

In Bezug auf soziales Engagement, Hilfswerke und Förderstiftungen stelle Philanthropie den handelnden Menschen in den Fokus. «Viele philanthropische Aktivitäten werden zudem nicht in einem organisierten Rahmen erbracht», betont von Schnurbein. Dazu zählen etwa Nachbarschaftshilfe, spontane Spenden oder soziale Bewegungen. In einer von Individualismus geprägten Welt gibt Philanthropie eine Antwort darauf, weshalb sich Individuen für das Gemeinwohl engagieren. Philanthropie drücke eine Werthaltung aus, die im weitesten Sinn als Menschenfreundlichkeit bezeichnet werden könne, erklärt Georg von Schnurbein. Die ihr zu Grunde liegenden Handlungen manifestierten ethisches Verhalten gegenüber anderen Menschen. «Dies grenzt die Philanthropie deutlich gegenüber staatlichem und marktwirtschaftlichem Handeln ab.» In allen Weltreligionen finden sich bis heute philanthropische Regelungen. Trotzdem ist Philanthropie frei von einem politischen, religiösen oder einem anderen dogmatischen Kontext.