Aber haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Sie das getan haben? Wieso waren Sie bereit, einen Teil Ihres Lohns oder Ihrer kostbaren Zeit für andere zu geben, ohne dass Sie selbst einen unmittelbaren Nutzen oder Gewinn daraus erwarten konnten? Waren Sie gerade in der Stimmung dazu? Entstand Ihr Handeln aus Überzeugung, gesellschaftlicher Verpflichtung oder aus dem persönlichen Glauben heraus?

 

Jeder wird eine andere Antwort auf diese Frage haben

Der wichtigste Grund, zu spenden, ist zweifellos, dass wir anderen Menschen helfen wollen, denen es schlechter geht. Sei es in unmittelbarer Nähe oder in anderen Ländern, wo Naturkatastrophen und Kriege herrschen.

Die Schweizer sind ein spendables Volk. Laut Zewo-Spendenstatistik wurden im Jahr 2015 insgesamt 1,8 Milliarden Franken an gemeinnützige Organisationen gespendet. Das sind rund 215 Franken pro Kopf! Dabei will Spenden auf den ersten Blick nicht in unser nutzenorientiertes Denken passen. Denn man schenkt Eigentum her, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Jedoch stimmt das nur vordergründig.

Denn schliesslich erhält man selbst viel zurück. In der Wissenschaft spricht man vom «Warm Glow»-Effekt, der durch die gute Tat ausgelöst wird. Auch haben Untersuchungen gezeigt, dass gebende Menschen nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder und länger leben. Darüber hinaus kann eine Spende gleichzeitig dem Gemeinwohl dienen und einen individuellen Nutzen haben.

So spenden Eltern für die Schule der Kinder oder Dorfbewohner für die Renovierung der Kirche. Auch Zuwendungen an öffentliche Einrichtungen wie Museen oder Universitäten dienen der Allgemeinheit und beruhen nicht selten auf persönlichem Interesse oder Dankbarkeit.

Der Grossteil des Spendenvolumens in der Schweiz kommt jedoch nicht von reichen Menschen, sondern von Einzelpersonen aus allen Gesellschaftsschichten. Spenden beruht also nicht zwangsläufig auf einem Überschuss an materiellem Wohlstand. Wohl wirkt sich Reichtum auf die absolute Spendenhöhe aus, jedoch nicht auf die Handlung an sich.

Neuere Studien haben gezeigt, dass in der Schweiz ärmere Haushalte relativ mehr spenden als reiche Haushalte. Unabhängig vom Betrag ist Spenden eine ideale Möglichkeit, das persönliche Glück mit anderen zu teilen.

 

Eine schnelle Wirkung

Ein weiterer Grund, zu spenden, ist die unmittelbare und schnelle Wirkung. Bei einer Naturkatastrophe helfen die Spendenaufrufe, sofort zusätzliche Mittel zur Verfügung zu haben. Die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit beschränken sich nicht auf Landesgrenzen.

Vielmehr sind globale Lösungen gefragt, um Klimawandel, Migrationen, Armut und Hunger wirksam zu begegnen. Einzelne können hier wenig erreichen, aber die Konzentration von Mitteln und Ressourcen schafft neues Gestaltungspotenzial. Dabei spielt auch das Verhältnis zum Staat eine Rolle. Jeder Spender kann über den Zweck frei verfügen und selbst entscheiden, wofür sein Geld eingesetzt wird.

In der Schweiz stehen soziale Zwecke wie Kindernothilfe oder Behindertenhilfe an oberster Stelle. Schliesslich spielt auch der steuerliche Anreiz eine Rolle. In allen Kantonen können Beiträge an gemeinnützige Organisationen bis zu einer gewissen Höhe von der Steuer abgesetzt werden. In den meisten Kantonen und bei der Bundessteuer beträgt der Steuerabzug 20 Prozent.

 

Das passende Projekt finden

Sollten Sie nun Lust aufs Spenden bekommen haben, dann beachten Sie bitte auch die nachfolgenden Empfehlungen: Überlegen Sie sich zuerst, welches Thema Sie überhaupt interessiert. Suchen Sie sich dann eine Organisation oder ein Projekt, das Ihnen entspricht, und teilen Sie Ihre Spende möglichst nicht auf.

Viele kleine Einzelspenden sind für die Organisationen teuer, da sie die Administrationskosten erhöhen. Bleiben Sie schliesslich Ihrer Organisation ein paar Jahre treu und verfolgen Sie mit Freude, wie Ihre Spende anderen hilft.